women's specific road bike scott

Es gibt mittlerweile Räder, Kleidung und Zubehör in Hülle und Fülle für uns Rennrad-, Mountainbike- und Stadtfahrerinnen. Was genau aber sind die Unterschiede von Produkten für Männer und Frauen?

Mann vs. Frau

Die größte Unterscheidung machen die Hersteller logischerweise bei der Produktanpassung an die jeweilige Anatomie und Figur. Dabei wird davon ausgegangen, dass Frauen im Durchschnitt kleiner und schmaler sind als Männer. Außerdem haben Frauen tendenziell einen kürzeren Oberkörper und längere Beine, bei Männern ist es umgekehrt. Natürlich gibt es da Ausnahmen, weswegen manche Frauen mit Männersachen durchaus besser zurecht kommen oder kleinere Männer froh sind über die kleinen Rahmengrößen, die es bei Frauenrädern gibt.

Trotz Frauenschnitt ist nicht jede Marke gleich

Wir wollen dir hier einen kleinen Überblick verschaffen, was die Hauptunterschiede bei Rädern und Kleidung für Mann und Frau sind. Dabei sei noch erwähnt, dass die Hersteller teils recht eigenwillig an das ganze Männer-Frauen-Thema herangehen. Es ist wie beim Kauf von Jeans: Du findest wahrscheinlich nur eine oder ein paar Jeansmarken, bei denen die Hosen wie angegossen sitzen. Dafür sehen andere Jeans an dir katastrophal aus. Genau so ist das bei den Radmarken. Sei also nicht voreingenommen von dem einen oder anderen Hersteller. Wichtig ist am Ende nur, was gut bei dir sitzt und bequem ist.

women's specific cycling gear road

Schnitt

Generell haben frauenspezifische Radklamotten einen weiblichen Schnitt. Das bedeutet, neben den Design-Features sind die Trikots beispielsweise oben herum weiter und in der Mitte taillierter geschnitten, während die Hosen mehr Platz für weibliche Rundungen haben. Es gibt leider immer noch keine riesige Auswahl an Frauenkleidung auf dem Markt wie für Männer, darüber hinaus sind Frauen ja nicht alle gleich gebaut. So haben einige von uns immer wieder Probleme mit Jacken, die im Brustbereich zu eng oder zu weit sind, Hosen, die definitiv nicht für große schlanke Frauen oder breite Schenkel gedacht sind, oder Überschuhe, die keine Option bieten für verschiedene Wadengrößen. Darüber hinaus musst du auch darauf achten, für welchen Radfahrstil die Sachen gemacht sind. Rennrad-Kleidung bspw. fällt viel kleiner aus und liegt dazu enger an als Kleidung fürs Mountainbiken oder die Stadt.

Größen

Männer und Frauen haben ihre eigenen Größentabellen, was aber nervtötenderweise manchmal gar nichts mit den Größen der eigenen Alltagskleidung zu tun hat. Frauengrößen gehen in der Regel los ab (X)XS-L bzw. 34 - 40. Einige Marken, vor allem Rennradbekleidungshersteller, sind bekannt dafür, dass ihre Frauengrößen ziemlich klein ausfallen. Aber kein Grund traurig zu sein, wenn du nicht rank und schlank bist - musst du nämlich auch gar nicht. Es gibt mittlerweile einige Marken, die Plus-Size-Kleidung für Radfahrerinnen produzieren, so wie "Fat Lass At The Back".

Sitzpolster

Einer der größten physiologischen Unterschiede, wenn nicht sogar DER Unterschied schlechthin, ist die untere Körperregion. Deswegen haben Männer und Frauen verständlicherweise eigene Bedürfnisse und Präferenzen, was das Sitzpolster angeht. Die Polster müssen an unterschiedlichen Stellen verstärkt sein und auch mit dem anatomisch richtigen Sattel zusammenspielen. Eine Aufgabe, die manchmal erst nach jahrelangen, teils schmerzvollen Testphasen gelöst scheint. Ob du übrigens Unterwäsche unter Radklamotten tragen solltest, erfährst du hier.

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Geometrie und Größen

Fast jede Marke, die Frauenräder herausbringt, hat ihr ganz eigenes Frauengeometrie-Konzept. Einige sind der Meinung, dass Frauen einen niedrigeren Schwerpunkt haben als Männer, und passen die Rahmen dementsprechend an. Andere wiederum sind davon überzeugt, dass nicht der Rahmen verändert werden muss, sondern nur die Kontaktstellen wie Lenker, Bremsgriffe und Sattel. Wobei wir wieder beim Jeansvergleich wären: Was für dich richtig ist, kannst du nur entscheiden, indem du es ausprobierst. Auf jeden Fall sind für Frauen meist kleinere Rahmenhöhen verfügbar, für Männer - du hast es erraten - größere.

Lenker

Bei frauenspezifischen Radmodellen sind die Lenker schmaler und haben einen geringeren Drop, was zur Folge hat, dass du dich beim Greifen des Unterlenkers nicht zu weit nach vorne oder unten beugen musst.

Bremsgriffe

Da Frauen meist kleinere Hände haben und dadurch natürlich auch weniger Spannweite, sind die Bremsgriffe näher am Lenker dran. Diese Anpassung lässt sich allerdings bei den meisten Bremsgriffen, also auch bei Männer-/Unisexrädern, vornehmen.

Schaltung

Einige Frauenräder werden mit Schaltungen ausgestattet, die bspw. eine eine größere Kassette haben und so das Klettern in den Bergen erleichtern. Das ist zwar gut gemeint, löst aber bei manchen Frauen Unmut aus, da sie selbst entscheiden möchten, womit sie klar kommen. So etwas lässt sich aber beim Händler schnell umrüsten.

Sattel

Wie schon erwähnt, ist nicht nur ein gutes Sitzpolster notwendig, damit du deine Ausfahrt mit dem Rad genießen kannst. Auch der Sattel muss an deine Anatomie angepasst sein. Die Unterschiede zwischen Männer- und Frauensattel entstehen aus den verschiedenen Polsterbereichen, der Menge der verwendeten Polsterung, der unterschiedlichen Positionierung der Senken sowie der Länge der Nase. Dadurch wird sichergestellt, dass du so wenig Druck wie möglich auf deine Schamregion bekommst. Erfahre hier, welche Faktoren wichtig sind um den Sitzkomfort auf dem Rad zu erhöhen.