Female-Cyclist

Wenn du glaubst, du bist die einzige, die ab und an Wundstellen im Sitzbereich bekommt und dich deswegen furchtbar schämst, können wir dich beruhigen. Wir sitzen alle in einem Boot, egal ob Freizeitradlerin oder Profifahrerin.

Was genau sind wunde Stellen?

Eine wunde Stelle im Sitzbereich ist eine Entzündung der Haut und sieht meist aus wie ein großer Pickel oder ein Ausschlag. Diese Stellen entstehen, wenn Bakterien und Schweiß in die vom Radfahren wundgescheuerte Haut eindringen. Diese Stellen sind extrem schmerzhaft und zwingen den Betroffenen dazu eine Pause vom Radfahren einzulegen. Ansonsten kann die Entzündung sich nämlich noch weiter verschlimmern und irgendwann zu einem großen Abzess werden, der dann operativ entfernt werden muss.

Ein Horrorszenario! Aber mit folgenden Tipps lassen sich wunde Stellen vermeiden.

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  1. Zieh immer eine Radhose mit Polster an.
  2. Trage keinen Slip unter der Radhose. Die in der Hose eingenähten Polster bestehen aus dickem antibakteriellem Material, saugen so den Schweiß auf und schützen die Haut vor dem Wundreiben. Demnächst gehen wir genauer auf das Thema Radhose und Unterwäsche ein.
  3. Wasche das Polster immer gründlich aus.  Achte darauf, dass im Polster keinerlei Rückstände von Sitzcreme oder Waschmittel bleiben. Diese können zu Hautirritationen führen, die sich dann entzünden.
  4. Lieber waxen statt rasieren. Die beste Variante der Intim-Enthaarung ist das Waxen, weil es die Haare komplett mit der Wurzel entfernt. Die Rasierklinge wiederum kann die Haut irritieren. Lese hier mehr zum dem Thema Intim-Enthaarung.
  5. Investiere in eine hochwertige Radhose. Schau dir ruhig ein paar Radhosen an, bevor du eine kaufst. Rede mit anderen Frauen über ihre Lieblingshose und was sie daran schätzen. Radhosen sind so ziemlich das wichtigste Kleidungsstück für Radfahrer. Also sei dir sicher, dass sie auch wirklich bequem sind und gut sitzen.
  6. Passt der Sattel wirklich? Die meisten Frauen kaufen ihren Sattel frei nach Schnauze und verschätzen sich dabei maßlos. Entscheidend ist nämlich nicht das Volumen deines Hinterteils, sondern der Abstand zwischen deinen Sitzknochen. Such dir einen Radladen, der solche Messungen anbietet und kauf dir einen Sattel mit der entsprechend passenden Breite. Außerdem kann es auch sein, dass der Sattel für dich zu weit oben, unten, hinten oder vorne ist. Wenn du noch nie ein Bike-Fitting gemacht hast, solltest du vielleicht jetzt einmal darüber nachdenken. Sowas kann dir viel Kummer und Leid ersparen.
  7. Wechsel ab und zu deine Position auf dem Rad. Wunde Stellen können vermieden werden, wenn man auch mal einige Minuten aus dem Sattel geht oder Unterlenker fährt, anstatt stundenlang in ein und derselben Haltung zu bleiben.
  8. Benutze unbedingt Sitzcreme. Zum einen macht sie die Haut weich, feuchtigkeitsabweisend und schützt so die Haut vor dem Wundreiben, zum anderen haben einige Sitzcremes zusätzlich noch eine antibakterielle Wirkung und bieten potenziellen Entzündungen die Stirn. Hier haben wir ein paar Sitzcremes für dich getestet.
  9. Schau nach. Es macht Sinn, ab und zu mal nachzuprüfen, ob da unten alles ok ist. Wenn es bereits Rötungen gibt, gönn dir eine kleine Pause vom Radfahren.
  10. Lass es in Ruhe. Wenn du eine wunde Stelle entdeckst, fass es nicht an und probier erst recht nicht daran herumzudrücken. Je mehr du mit den Händen daran herumfummelst, desto schlimmer wird es.
  11. Dusche direkt nach der Ausfahrt. Wasche den Sitzbereich nicht nur mit Wasser, sondern mit Duschgel oder spezieller Intimseife.
  12. Lass die Haut vollständig trocknen, nachdem du geduscht hast. Danach kannst du spezielle Regenerationscremes verwenden, die die Haut beruhigen.
  13. Zieh deine Radhose immer nur einmal an. Nach einer Ausfahrt gehört sie ausnahmlos in die Wäsche.
  14. Schlafe ohne enganliegende Unterwäsche. Dadurch lässt du Luft an deine irritierte Haut und hilfst ihr dabei schneller zu heilen.
  15. Vermeide parfümierte Waschmittel. Die darin enthaltenen Stoffe sind nur weiterer Stress für deine Haut.