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Kann man wirklich zu viel Radfahren? Für viele von uns ist das schwer nachvollziehbar. Unser Hobby, welches zu unserem körperlichen und geistigen Wohlbefinden beiträgt, kann doch nicht krank machen? Oder doch? In diesem Artikel erklären wir, welche Risiken mit Übertraining verbunden sind und wie du die Warnhinweise deines Körpers deuten kannst.

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Wir alle haben mal einen schlechten Tag. Der Tag, an dem die Beine schwer sind, das Kurbeln zäh und die Anstiege, die du sonst förmlich hinauffliegst, kein Ende nehmen. Wenn solche Tage nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel bilden, kann das ein erstes Anzeichen des Übertrainings („Overtraining") sein. Übertraining entsteht, wenn das Verhältnis von Belastung und Erholung über einen längeren Zeitraum unausgeglichen ist. Vielleicht siehst du zunächst im Abfallen deiner Leistung ein von dir einfach unzulängliche geführtes Training, und aus Sorge durch Ruhe noch schlechter zu werden trainierst du noch mehr. Un dass trotz der Müdigkeit und der Unlust, die du verspürst. So kommst du in einen Teufelskreis, aus dem du herausbrechen musst, bevor dir das Übertraining deinen Spaß am Radfahren und deine Gesundheit nimmt.

Warnzeichen

Müdigkeit, Unlust und Leistungsabfall sind nur ein paar der Warnhinweise deines Körpers. Weitere Anzeichen sind z. B.:

  • Du bist oft übel gelaunt.
  • Deine Stimmung schwankt ständig von himmelhoch jauchzend bis zu tode betrübt.
  • Du hast keinen Appetit - sogar deine Lieblingsschokolade lässt dich kalt.
  • Wiederkehrende und anhaltende Kopfschmerzen plagen dich.
  • Du bist immer wieder  krank - und die Erkältungen lassen sich nicht so leicht abschütteln.
  • Die kleinen Verletzungen und Zipperlein häufen sich und heilen nur langsam.

Achte auf deinen Körper

Da es keine definierten Symptome gibt, die auf Übertraining hinweisen, ist das beste Frühwarnsystem du selbst. Dazu gehört auch sich mit seinem Körper auseinander zu setzen und auch den Mut haben sein Training zu ändern oder auch mal sausen zu lassen. Dein Körper braucht Erholung und kann nicht immer Leistung bringen. 

Leistungssteigerung langsam

Umfänge müssen langsam gesteigert werden, weshalb es bspw. sinnlos ist versäumtes Wintertraining im Sommer nachzuholen. Durch die Ruhe kommt die Kraft, die es dir ermöglicht deine Leistung auf dem Rad zu steigern. Ein Tagebuch kann dir helfen deine Trainingsumfänge zu  planen und abzuschätzen, wann und wie lange du pausieren solltest und wann du wieder durchstarten kannst. Wenn du dich noch schwer tust fünfe gerade sein zu lassen und mal eine Woche nicht auf das Rad zu steigen, denk an die Profis: Ruhephasen werden ganau so akribisch geplant und eingehalten wie das Training selbst!

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Es ist eine feine Gratwanderung zwischen einer gesunden Leidenschaft an deinem Hobby und einer krankhafter Besessenheit. Wie beim Übertraining gibt es keinen spezifischer Zeitpunkt, zu dem sich alles ändert, sondern es ist eher ein schleichender Vorgang. Das Radfahren wird zum einzigen Lebensinhalt und verdrängt immer mehr andere Dinge in deinem Leben, die dir wichtig sind. Im schlimmsten Fall beeinträchtigt es dein Berufs-und Privatleben. Dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl hängen nur vom Radfahren ab. Weil dich das Radfahren mit Glückshormonen belohnt, ist es schwierig zu merken ob deine Leidenschaft krankhafte Ausmaße angenommen hat. Manchmal musst du ehrlich mit dir sein: Fährst du, weil du möchtest oder ist es ein zwanghaftes Verhalten, unbedingt fahren zu müssen? Kannst du eine Ausfahrt schulterzuckend sausen lassen oder machst du dir Stress? Womit füllst du deine Zeit, wenn du nicht fahren kannst? Fährst du um Dampf abzulassen oder fährst du schwierigen Siutationen davon? Wenn du gerne und mit Spaß an der Sache dabei bist, dann kannst du das Radfahren auch mal aussetzen ohne dass du dich psychisch fertig machst.

Gleichgewicht zum Sport

Regelmäßige Pausen, in denen du dich mit anderen Dingen beschäftigst, machen deinen Kopf frei und bringen dich geistig wieder ins Gleichgewicht. Freunde und Familie sind wahrscheinlich die ersten, die eine Veränderung feststellen. Wenn sie besorgt dein Benehmen kommentieren, lohnt es sich, sich diese zu Herzen zu nehmen und dein Verhältnis zu deinem Hobby mal kritischer unter die Lupe zu nehmen.