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Profisport

Micayla Gatto im Interview

Die Profi-Downhill-Fahrerin spricht über Frauen im Downhill, ihre Leidenschaft für Räder und ihre künstlerische Seite.

Micayla Gatto ist Profifahrerin im Downhill-Mountainbiken. Mit ihren 26 Jahren kann sie mit Stolz auf eine 10-jährige Erfahrung zurückblicken. Im diesjährigen Frauen-Downhill-Weltcup platzierte sie sich in den Top 10.

Geboren und aufgewachsen ist sie im kanadische MTB-Mekka Vancouver. Die Gegend ist bekannt für die vielfältigen und unzähligen Trails und die Brutstätte viele Weltspitze-Mountainbiker.

Micayla fällt sofort auf durch das Strahlen in ihrem Gesicht, ihre gute Laune ist ansteckend. Als sie gefragt wird, wie sie zum Mountainbike gekommen ist, erzählt sie von ihrem älteren Bruder.

“Er begann mit dem Mountainbiken, als ich 10 oder 11 Jahre alt war. Ich wollte genau so sein wie er, also fuhr ich ihm mit meinem Beachcruiser in den Parks in unsere Nachbarschaft hinterher und probierte damit Sprünge und anderen Kram. Irgendwann sagten meine Eltern: ” Ok, wir sollten ihr vielleicht ein richtiges Bike besorgen.”

Und so begann ihre Radsport-Karriere – wenn auch nicht sofort mit Downhill.

“Meine ersten Rennen fuhr ich im Cross-Country- und Rennrad-Bereich. Aber nach einer gewissen Zeit hatte ich einfach mehr Spaß daran die Berge runter zu fahren als rauf. Also wechselte ich zum Downhill und habe es seitdem nicht bereut.”

Micayla startete die 2014 Saison in einem neuen Team, dem Pivot Factory Racing, was für sie bedeutete: neues Team, neues Rad. Das Team wird vom englischen Fahrer Bernard Kerr geleitet.

Micaylas Sportprofil!

“Im letzten Winter gab es einige erfreuliche Veränderungen – ein neues Team mit alten Freunden und mehr Unterstützung. Aber durch den Teamwechsel hatte ich eine Zeit lang kein Rad. Bei den ersten zwei Weltcups habe ich daher einfach nur versucht meine Form zurück zu bekommen.”

Weil Micayla schon so lange dabei ist, hat sie die Entwicklungen im Downhill-Bereich über die Jahre hinweg verfolgen können, besonders was Frauenrennen.

“Der Sport hat sich massiv weiterentwickelt. Damit meine ich nicht nur die Räder oder die Technik, die wir nutzen. So viele Frauen fahren mittlerweile Downhill, und das Niveau, das sie mitbringen, ist unglaublich gut. Heutzutage braucht man nicht einfach nur Talent, man muss auch Crosstraining machen und gescheite Trainer und Ernährungsberater haben. Es ist beeindruckend, wie der Sport die letzten 10 Jahre hochgeschossen ist. Die Rennen ist jetzt viel anspruchsvoller und viel wettkampforientierter.”

“Ich glaube nicht, dass der Frauenradsport so groß wird wie bei den Männern, einfach weil es ein sehr aggressiver Sport ist. Der Downhill-Bereich wird weiter wachsen, es wird mehr Frauen geben, aber eben auch mehr Männer.”

Wie kann man nun mehr Frauen dazu bekommen in diesen Sport einzusteigen?  Micayla hat bereits ein paar Ideen.

“Auf jeden Fall macht es Sinn “Women’s Only” Events zu veranstalten. Ich denke, es ist wichtig Frauen langsam an dieses Thema heranzuführen und sie anfangs nicht gleich von einem riesigen Drop abspringen zu lassen. Einfach mit ein paar Mädels losfahren und Spaß haben, das sollte die Devise sein. Viele Frauen denken, man braucht eine Menge Furchtlosigkeit fürs Downhill-Fahren. Aber in Wirklichkeit musst du nicht furchtlos sein, sondern die Kontrolle behalten – und das kann man lernen.”

Micayla stürzt sich zwar regelmäßig Abhänge hinunter, aber ihr Training besteht aus mehr als das. Dafür bezieht siw die anderen Radsport-Disziplinen gerne mit ein.

“Wenn ich zu Hause bin, gehe ich mehr Cross Country oder MTB fahren als Downhill, weil das meine Fitness verbessert. Manchmal nehme ich auch das Rennrad oder fahre mit meinem BMX-Rad herum. Ich mag einfach alles, was zwei Räder hat!”

Micayla Gatto ist eine talentierte Künstlerin, wie man bei diesen Skateboards sieht.

In Micayla schlummern viele Talente. Neben ihrer beeindruckenden Radsport-Karriere ist sie auch noch Künstlerin und Musikerin.  Ihr Artwork  ist wunderschön, kraftvoll und einzigartig. Zu Beginn dieses Jahres hatte sie ihre erste Artshow.

“Ich habe Grafikdesign studiert, und ich zeichne eigentlich ständig. Ich mag aber auch Musik und spiele gerne Klavier oder Gitarre oder singe, wenn ich auf dem Rad sitze. Musik und Zeichnen hilft mir dabei vor Rennen runterzukommen.”

Man kann ihr Artwork übrigens anschauen und kaufen über Tumblr – wir finden es klasse!

Aber Downhill-Fahren, das ist es, wofür Micaylas Herz schlägt. “Es gibt nichts Vergleichbares”, sagt sie. “Ich liebe das Adrenalin, das Gefühl, so schnell wie nur möglich zu sein, und die Leichtigkeit, wenn man in der Luft ist. Es ist wirklich sehr intensiv, und man musst für einen kurzen Zeitraum unglaublich fokussiert sein.”

Über die kleine Rivalität zwischen Männern und Frauen im Downhill sagt sie: “Es den Jungs zu zeigen tut gut! Vor allem, wenn sie versuchen dir einzureden, man könne das nicht, weil man ein Mädchen sei. Ich glaube, vielen Frauen aus dem Worldcup geht es ähnlich.”

 

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