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Profisport

Evelyn Stevens: Von der Wall Street zum Profi-Radsport

Evelyn Stevens ist vielen bekannt aus den Slulu-Videos von Specialized-Lululemon. Jetzt ist die 31-jährige Amerikanerin zum holländischen Erfolgsteam Boels-Dolmans gewechselt.

Evelyn Stevens (31) war jahrelang beim Team Specialized-Lululemon und fährt seit dieser Saison im Boels-Dolmans Cycling Team. Ihre Geschichte, wie sie Profi wurde, verblüfft, denn sie entschied sich ziemlich schnell dafür ihren Job als Investmentbankerin für die Radsportkarriere hinzuschmeißen.

Wie bist du zum Profi-Radsport gekommen?

Ich hatte ehrlich gesagt einen ziemlich ungewöhnlichen Einstieg. Ich lebte in New York und arbeitete an der Wall Street. Als ich einmal meine Schwester in San Francisco besuchte, nahm sie mich mit zum Rennradfahren. Es war großartig und einfach ein komplett neues Lebensgefühl für mich. Ich hatte in New York ja einen ganz normalen Bürojob, trug jeden Tag einen Anzug. Das war 2008, und noch im selben Jahr begann ich lokale Rennen zu fahren. Schon ein Jahr später fuhr ich Pro-Level-Rennen und entschied mich dann meinen Job an den Nagel zu hängen und einen Vertrag bei HTC Highroad zu unterschreiben. Es passierte also alles sehr schnell.

Beeindruckend! Hast du denn noch eine Verbindung mit Frauen, die Radfahren “nur” als Hobby ausüben?

Ehrlich gesagt fühle ich mich selbst immer noch wie ein Hobbyfahrer, nur dass ich damit Geld verdiene (lacht). Natürlich fühle ich mich noch verbunden mit Hobbyfahrerinnen. Ich habe damals ja nicht angefangen, weil ich Profifahrerin werden wollte, sondern um fit zu bleiben. Momentan ist das Rennradfahren wohl eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in den USA. Und das kann ich bestätigen! Ich lebe ja mittlerweile in San Francsisco, und ich schwöre, ich sehe genau so viele Männer wie Frauen auf dem Rennrad oder auch öfter mal Gruppen von Frauen allein. Das Großartige am Radfahren ist ja, dass es ein sehr sozialer Sport ist. Man trifft sich für eine Ausfahrt, quatscht ein paar Stunden über Dies und Das, trinkt noch einen leckeren Kaffee danach und hat bei all dem noch etwas für seinen Körper getan. Mit Radfahren sieht man nicht nur besser aus, man fühlt sich auch besser. Es gibt ja auch immer mehr Frauenclubs. Das ist super, denn man lernt dadurch mehr Frauen kennen, die das gleiche Hobby haben oder kommt durch die Kontakte viel einfacher zum Rennenfahren.

Als Profi bist du ja viel unterwegs. Ist das hart für dich?

Nein, ich empfinde es als sehr einzigartig Radprofi sein zu dürfen. Schließlich weiß ich ja, dass ich das nicht für immer machen werde. Sich dieser Sache bewusst zu sein macht vieles leichter. Ich bin bspw. gestern aus den Staaten nach Europa geflogen, sitze heute hier in Holland und fliege am Sonntag wieder zurück. Das bedeutet, ich bin viel in Flugzeugen. Aber ich sehe natürlich auch viel von der Welt und treffe unglaublich tolle Menschen. Während meiner Zeit in New York hatte ich zwar auch interessante Begegnungen, aber dennoch ziemliche Scheuklappen auf. Ganz anders jetzt, wo ich durch den Radsport so viele verschiedene Sachen erlebe. Ich mag das Reisen daher sehr.

Was sind die drei Dinge, die bei dir auf Reisen nie fehlen dürfen?

Ich habe immer mein Kindle bei mir, denn ich liebe es zu lesen. Für mich ein guter Weg sich mal auszuklinken. Dann habe ich meine Kopfhörer mit Geräuscheunterdrückung und dann noch – natürlich – mein Smartphone.

Was vermisst du am meisten, wenn du weg bist von zu Hause?

Meinen Verlobten. Ich liebe es immer wieder in Europa zu sein, Neues zu erleben, aber leider kann man die Menschen, die einem sehr nah sind, nicht überall hin mitnehmen. Deswegen ist moderne Technik so toll!

Du bist ja in dieser Saison vom amerikanischen Team Specialized-Lululemon (jetzt Velocio-Sram) zum niederländischen Boels-Dolmans Cycling Team gewechselt. Auf welche Rennen freust du dich 2015 am meisten?

Ich bin wirklich sehr aufgeregt Teil meines neuen Teams zu sein. Ich freue mich besonders auf das Teamzeitfahren, das ist eines unserer großen Ziele. Dann die Eintagesklassiker wie Ronde van Drenthe oder die Flandern-Rundfahrt, in denen Lizzie (Armitstead) und Ellen (van Dijk) letztes Jahr schon hervorragende Ergebnisse geliefert haben. Da werde ich mein Bestes geben sie zu unterstützen, genau so wie in den vielen Etappenrennen, die uns bevorstehen. Zum ersten Mal an den Start gehen werde ich übrigens im April bei der Tour of New Zealand.

Was machst du eigentlich, wenn du kein Rad fährst?

Ich spiele unheimlich gerne Tennis. Ansonsten lese ich viel, mache Yoga, treffe mich mit Freunden und meiner Familie. Ach ja, und ich koche für mein Leben gern.

 

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